Bei uns können Sie aktiv werden!

Ausgangslage:

Unsere Kulturpflanzen wurden im Laufe von Jahrtausenden durch den Einfluss des Menschen entwickelt.  Durch Züchtung  und Tausch von Saatgut und Pflanzen durch  Gärtner*innen und Bäuer*innen konnten  sich regionale Sorten entwickeln, die zum jeweiligen Klima und Boden passen, sich robust entwickeln und eine Vielfalt zur Verfügung stellen, die unsere Ernährung  sichert.

Die Vielfalt von Kulturpflanzen sichert unsere Nahrung trotz extremen Wetterschwankungen (Klimawandel) , bietet Allergikern eine Auswahl für sie verträglicher Nahrung,  reduziert durch Robustheit den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und sorgt nicht zuletzt für einen vielfältigen Genuss, und vieles mehr.

Die Sicherung der Vielfalt ist in Gefahr!

Die Gewinnung von Saatgut und Züchtung von Pflanzen war bis zum Anfang des Jahrhunderts selbstverständlich ein Teil unserer Kultur. Sie war  ein  Allgemeingut wie Wasser und Luft. Durch die Industrialisierung der Landwirtschaft wurde es  interessant, Patente auf Sorten und damit gesicherte Gewinne zu erzielen. Heute sorgt ein strenges System von Gesetzen und Regularien dafür, dass  nur noch ausgewählte Sorten für den Handel existieren, die z.B. in jeder Klimazone gedeihen. Durch intensive und hochleistungsorientierte Landwirtschaft sind viele Arten mittlerweile verschwunden, vielleicht für immer:

  • So gab es Anfang unseres Jahrhunderts noch über 2.000 verschiedene Apfelsorten, heute finden wir in den Supermärkten nur noch 20.
  • in den vergangenen 100 Jahren verschwanden in den USA 95 % der Kohlsorten, 91 % der Maissorten,

94 % der Erbsensorten und 81 % der Tomatensorten

  • in Indien ging die Zahl der angebauten Reissorten von 30.000 in den 1950er Jahren auf heute 50 zurück
  • die Gattung Weizen umfasst 26 Kulturarten und über 290 bekannte Formen. Davon dominieren heute weltweit 2 Arten (Triticum aestivum, Triticum durum) mit weniger als 10 verschiedenen Formen im Anbau. (Die Formen können jeweils noch verschiedene Sorten umfassen).
  • im Südosten Frankreichs wurden bis ins 20. Jh. 250 Pflanzenarten kultiviert und verwendet, heute jedoch nur noch 60 Arten

(Quelle: Arche Noah, Österreich)

Sie können etwas tun:

6 Möglichkeiten um in der Bergischen Gartenarche  „aktiv“ zu werden und Arche-Pflanzen zu erhalten:

  1. Ausprobieren
  2. Sich schlau machen und Erfahrungen sammeln
  3. Einen Platz im privaten Garten für die Pflanzen der Bergischen Gartenarche anbieten und diese pflegen
  4. Als Patin oder Pate Arche-Pflanzen für die Bergische Gartenarche im eigenen Garten vervielfältigen
  5. Den Status „Erhalter*in“ von Archepflanzen erwerben
  6. Die Arbeit der Bergischen Gartenarche sichern und Mitglied werden

  1. Ausprobieren:

Am Anfang steht die Experimentierfreude, beginnen Sie selbständig Pflanzen zu vermehren und Saatgut zu gewinnen. Verwenden Sie nur „sortenreines Saatgut“. Das ist Saatgut, das fruchtbar ist und zur Vervielfältigung geeignet ist. Kaufen Sie keine Hybriden!  Tauschen Sie mit Ihren Nachbarn oder mit Freunden, das ist vom Gesetzgeber ausdrücklich erlaubt.

Nutzen Sie unser Arche-Saatgut.  Es kann für eine „kleine Spende“ erworben werden, wird ausgesät, selbständig gepflegt und geerntet.  Erfreuen  Sie sich an den alten Sorten und gewinnen Sie  Ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Gärtnern und allen dazugehörigen Schwierigkeiten.  Sämtliche Fragen, die zum Erhalt der Pflanzen auftreten, werden durch Mitglieder der Bergischen Gartenarche an Infoständen und durch Workshops beantwortet.

  1. Sich schlau machen und Erfahrungen sammeln:

Wer mehr möchte, kann Workshops der Bergischen Gartenarche  besuchen, bei Infoständen helfen oder aktiv im Erhalter-Garten mit anfassen. Die Mitglieder der  Bergischen Gartenarche  bieten auf diese Weise einen Rahmen, in dem Ihre persönlichen Fragen rund ums Gärtnern beantwortet werden. (learning by doing).

  1. Einen Platz im privaten Garten für die Pflanzen der Bergischen Gartenarche anbieten und diese pflegen:

Oft reicht der Platz in unserem Erhalter-Garten nicht aus und die Bergische Gartenarche  ist auf freie Flächen in privaten Gärten angewiesen.  Diese sollten biologisch bewirtschaftet sein. Wenn Sie Ihren Platz zur Verfügung stellen möchten, nehmen wir Sie in eine Adressenliste auf, nehmen bei Bedarf rechtzeitig Kontakt auf und klären alles Notwendige mit Ihnen als  Anbieter ab. Wichtig ist dabei, dass die Pflanzen durch Sie gepflegt werden und die Sortenreinheit erhalten bleibt.  Um das zu gewährleisten bleibt ein Mitglied der Bergischen Gartenarche  mit Ihnen im Kontakt.

  1. Als Patin oder Pate Arche-Pflanzen aktiv für die Bergischen Gartenarche im eigenen Garten vervielfältigen:

Wenn Sie zu den Gärtner*innen gehören, die schon über einen praktischen Erfahrungsschatz verfügen, und sich die selbständige Vervielfältigung von Archepflanzen zutrauen, erhalten Sie das Saatgut oder die Pflanzen kostenlos.  Ein Mitglied der Bergischen Gartenarche  hält Kontakt,  informiert sich über die Qualität des erworbenen Saatgutes und bietet bei Ihnen bei Bedarf Infos zur Unterstützung an.  Ein wichtiger Punkt ist dabei die Selektion der jeweiligen Saatgutträger (Kriterien: Geschmack, Größe, Form, etc.) Als Gegenleistung erhält die Bergische Gartenarche  einen Teil des gewonnenen Saatgutes, Stecklinge oder Pflanzen zurück.

  1. Den Status Erhalter*in erwerben:

Wer schon zwei oder drei mal Arche-Pflanzen mit Erfolg vervielfältigt hat, oder wer Stauden oder Beerenobst in seinem Garten beherbergt und diese zur Vervielfältigung zur Verfügung stellen will, erhält den Status der/des Erhalters*in.   Die Natur hat andere Zeiträume, z.B. brauchen die Rose oder  Beerensträucher  eine längere Zeit, bis sie so weit sind, dass sie zur Vervielfältigung  genutzt werden können.

  1. Sichern sie die Kontinuität unserer Arbeit, werden sie Mitglied.

Schon mit 25,00 € Mitgliedsbeitrag im Jahr sichern Sie unsere Arbeit. Als Mitglied erhalten Sie regelmäßig unseren Jahresrundbrief,  erhalten Infos über aktuelle Workshops und können an den regelmäßigen Sitzungen teilnehmen. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

Auf diese Weise werden Sie Teil eines Netzwerks von Interessierten und verbindlichen Aktiven, die dazu beitragen, dass die Archepflanzen wieder in den Gärten unserer Region  zu Hause sind und die Artenvielfalt erhalten bleibt.

Hier die Sortenliste für die Gemüsepatenschaften 2016

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