Samstag, 14.03.2026 von 11 bis 17 Uhr
Saatgutfestival in Düsseldorf
Geschwister-Scholl-Gymnasium, Redinghovenstr. 41, 40225 Düsseldorf
Wir haben unseren Stand im 1. Stock Raum 135
Auf dem Saatgutfestival in Düsseldorf dreht sich alles um Vielfalt, Ökologie und Umweltschutz. Wir wollen privaten Gärtner*innen den Zugang zu freiem Saatgut und zum Wissen rund um den Anbau und Erhalt von selten gewordenen und alten Sorten ermöglichen. Das angebotene Saatgut ist frei von geistigen Eigentumsrechten und lässt sich, ohne seine Eigenschaften zu verlieren, weiter vermehren. Mit dem Saatgutfestival setzen wir uns für eine größere Vielfalt hier und weltweit ein.
Wer sich auf dem Saatgutfestival mit Samen und Pflanzen versorgt, kann diese künftig selbst vermehren und braucht im Idealfall nie wieder Samen zu kaufen, so wie es jahrhundertelang schon einmal funktioniert hat.
Um 12 Uhr in der Aula stellt Jannik Jahnke die Bergische Gartenarche und unser Ziel vor:
Freiheit für die Vielfalt
Unsere Nutzpflanzen sind weit mehr als bloße Handelsware oder biologische Datensätze – sie sind unser gemeinsames kulturelles Erbe und die unverzichtbare Grundlage unserer Ernährung. Doch dieses Erbe ist in Gefahr. Wir fordern die Freiheit für die Vielfalt: auf dem Acker, im Garten, in unseren Köpfen und vor allem im Gesetz.
Gegen das Monopol auf das Leben
In einer Zeit, in der wenige globale Konzerne den Saatgutmarkt beherrschen und natürliche Merkmale durch Patente privatisieren, setzen wir ein klares Zeichen. Genetische Patente sind Fesseln für die Evolution. Sie blockieren den Zugang zu jener biologischen Vielfalt, die wir heute dringender denn je benötigen, um unsere Pflanzen an ein sich rasant veränderndes Klima anzupassen. Saatgut muss ein Gemeingut bleiben – frei nutzbar, frei vermehrbar und frei für die Weiterentwicklung durch alle.
Die Gartenarche: Regionale Anpassung als Überlebensstrategie
Wahre Resilienz entsteht nicht in isolierten Laboren, sondern im lebendigen Austausch mit der Umwelt. Unsere regionalen Landsorten besitzen einen unschätzbaren „Heimvorteil“. Durch dezentrale Vermehrung und das traditionelle Seed Saving – das Weiterreichen „über’n Zaun“ – passen sich Pflanzen kontinuierlich an lokale Bodenverhältnisse und Kleinklimata an. Sie nutzen ihre hohe genetische Vielfalt und ein schnelles epigenetisches Gedächtnis, um unmittelbar auf Hitze, Trockenheit oder neue Schädlinge zu reagieren. Diese „Evolution in Echtzeit“ direkt in unseren Händen ist unsere beste Versicherung gegen die ökologischen Krisen unserer Zeit.
Das Saatgutfestival: Vernetzung statt Isolierung
Wir setzen auf die Kraft dezentraler Netzwerke und die Kooperation zwischen regionalen Archen – von der Bergischen Gartenarche als Mitglied des VEN – den Verein zur Erhaltung der Nutzpfanzenvielfalt – über die österreichische Arche Noah bis hin zur schweizerischen ProSpecieRara. Der punktuelle Austausch von Saatgut über regionale Grenzen hinweg ist kein Widerspruch zur Heimatverbundenheit, sondern ein notwendiger „Assisted Gene Flow“. Er weitet den genetischen Horizont unserer Bestände und sichert die Anpassungsfähigkeit künftiger Generationen.
Global denken, lokal handeln: Geben wir das Saatgut zurück in die Hände der Menschen. Souveränität auf unseren Tellern beginnt mit der Freiheit für die Vielfalt in unseren Beeten.
Freiheit für die Vielfalt – jetzt und für immer.